Modul 5.5.

Schadstoffe im Haushalt

In handelsüblichen Haushaltsreinigern finden sich oft hochgiftige Substanzen, wie

Weichmacher (Phthalate) 

  • finden sich in allen Kunststoff-Gemischen, die dehnbar und weich sind: 
    • PVC-Fußböden, Plastikspielzeug oder Produktverpackungen, Haushaltsgegenstände, Plastikflaschen, aber auch in Deos, Parfum, Lacken, Klebstoffen, Kabeln 
  • Weichmacher-Ersatzstoffe:
    • Sojabohnenöl (ESBO), Citrat, Adipate, Cyclohexanoate.
    • Bisphenol A (BPA) ist eine weltweit am meisten verwendete synthetische Chemikalie, der man heute ständig ausgesetzt ist und der man kaum entkommen kann:
      • beim Menschen findet man BPA im Blut, Urin, Fruchtwasser, Gebärmuttergewebe – und die höchsten Belastungen haben alle Studien bei Kindern gefunden. nachweislich in Luft, Staub, Oberflächengewässern, Meerwasser, aber auch in Treibhausobst und Trinkwasser aus Kunststofftanks, ebenso in einigen Zahnersatz-Materialien, wie z.B. Füllungs-Kunststoff oder Kleber. 
      • Problematisch ist es deshalb, weil es als Bestandteil von Verpackungen an Lebensmittel abgegeben und über die Nahrung aufgenommen wird. Im Körper entfaltet es eine östrogen-ähnliche Wirkung und verändert den Hormonhaushalt mit allen damit verbundenen Folgen.
  • MIH, die neue Form der Zerstörung von Zahnhartsubstanzen, steht ebenfalls in Zusammenhang mit einer BPA-Belastung

So kannst du BPA meiden:

    • Lebensmittel am besten in Glas-, Keramik- oder Edelstahlbehältern lagern.
    • Lebensmittel aus offenen Konservendosen in Glas-, Keramik- oder Edelstahlbehältern umfüllen.
    • Lebensmittel grundsätzlich nicht in Kunststoffbehältern erhitzen.
    • Bei Kauf von Kunststoffdosen, Trinkflaschen und Plastikgeschirr auf den Hinweis „BPA-frei“ bzw. „BPA free“ achten.
    • Bei Kontakt mit Lebensmitteln sollte man die „sicheren“ Kunststoffe bevorzugen: Polyethylen (abgekürzt: PE) oder Polypropylen (abgekürzt: PP).
    • Polycarbonat meiden: Hinter dem Kunststoff mit dem Recyclingcode 7 (abgekürzt: RE 7) verbirgt sich häufig Polycarbonat (abgekürzt: PC), das Bisphenol A enthält.
    •  
    • Verzichte auf Kassenbons, wenn du sie nicht unbedingt brauchst und bitte die Kassierer darum, ihn nicht auszudrucken. Achte darauf, Thermopapier im Restmüll zu entsorgen. 
    • Wasche deine Hände, wenn du entsprechendes Thermopapier angefasst hast und lass keine Kinder damit spielen

Konservierungsmittel 

  • ausgewiesen durch den Hinweis “Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich“ 
  • Formaldehyd muss ab einer Konzentration von 0,1 Prozent mit dem Hinweis „enthält Formaldehyd“ gekennzeichnet sein
    • kann Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Übelkeit, Atemprobleme sowie Asthma und Allergien auslösen und gilt als krebserregend.
  • sind schlecht biologisch abbaubar, giftig für Wasserorganismen und reichern sich in der Umwelt an
  • verträglichere Alternativen: Alkohol, Zitronen- oder Milchsäure. 

Lösungsmittel

  • Desinfektionsmittel und auch scharfe Reinigungsmittel enthalten oft 
  • Chlorverbindungen
    • wirken desinfizierend, aufhellend
    • reizen die Haut und auch die Schleimhäute, kann Augen und Atemwege schädigen und bei Hautkontakt Ekzeme auslösen
    • in Verbindung mit organischen Materialien wie beispielsweise Fett können sich organische Halogenverbindungen bilden, diese sind nur sehr schwer biologisch abbaubar und stellen somit eine große Belastung für die Umwelt dar.
  • Triclosan 
    • ist ein weit verbreiteter Stoff, der vielen Produkten zugesetzt wird, um das Wachstum von Bakterien zu bremsen
    • steckt etwa in Zahnpasta, Seife (mit antimikrobieller Wirkung), in Spielwaren, Küchengeschirr und Kleidung, Matratzen, Sitzmöbelbezügen
    • ist giftig für Algen und reichert sich in Wasserorganismen an 
  • die weitverbreitete Verwendung von antibakteriellen Mitteln führt zu Ungleichgewichten im Mikrobiom, verringert die Anzahl der “guten” Mikroben und fördert dagegen das Wachstum schädigender Keime- führt zu Bakterien-Resistenzen
  • daher steht es in Verbindung mit Darmerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Störungen der Selbstregulationssysteme, mit hormonellen Wirkungen und Krebs 
  • ein Teil der Desinfektionsmittel gelangt durch die Filter der Kläranlagen hindurch in die Umwelt 

Enthärter

Enthärter sollen als Bestandteil von Wasch- und Putzmitteln die Wirkung der Tenside  unterstützen. 

Bei sehr hartem Wasser helfen sie, die nötigen Waschmittel- und Wassermengen einzuschränken, allerdings sind einige der dafür eingesetzten Chemikalien äußerst bedenklich für die Umwelt: 

Phosphate gelangen über das Abwasser leicht in die Natur und können dort zur Überdüngung bis hin zum „Umkippen“ von Gewässern führen. Sie dürfen heutzutage nur noch in sehr geringen Konzentrationen verwendet werden. 

Auch die Ersatzstoffe Phosphonate, NTA, EDTA und Polycarboxylat sind in der Umwelt nur schlecht abbaubar.

Enzyme

Enzyme sorgen im Waschmittel dafür, dass die Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen besonders sauber wird und sparen so Tenside ein. Doch derzeit sind auf dem Rohstoffmarkt fast ausschließlich gentechnisch veränderte Enzyme erhältlich, die, wenn sie nicht vollständig aus der Kleidung ausgewaschen werden, Hautreizungen verursachen können. 

Bleichmittel

  • Um Flecken zu entfernen oder Wäsche aufzuhellen, kommt vor allem Sauerstoff zum Einsatz. Um diesen freizusetzen, braucht es allerdings Zusätze wie z.B. Natriumperborat, was dann im Abwasser zur Bildung von giftigen Borsalzen führt.
  • Problematischer ist aber der Einsatz von Chlor als Bleichmittel – Wirkung wie beschrieben. Dazu gehört Natriumhypochlorid, das relativ häufig in herkömmlichen WC-Reinigern, Rohrreinigern, Schimmelentfernen und Desinfektionsmitteln zum Einsatz kommt. 
  • Optische Aufheller in Waschmitteln wandeln nicht sichtbares UV-Licht in blaues Licht um, was vergilbte Wäsche weiß wirken lässt. Sie verbleiben zum größten Teil in der Wäsche und können unter Umständen Hautreizungen und Allergien auslösen. Sie sind außerdem nur schwer biologisch abbaubar. Auf optische Aufheller sollten Sie daher grundsätzlich verzichten.

Um haushaltsübliche Verschmutzungen und Keime zu entfernen, braucht man keine „Hygiene-Reiniger“ – ganz gewöhnliche (Bio-) Reinigungsmittel reichen vollkommen aus.

Die Empfehlungs-Liste gibt Dir konkrete Einkaufs-Tipps.

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