Sinn und Unsinn von Verträglichkeitstests

Über die Sinnhaftigkeit von Material-Testverfahren nach Erfahrungen aus Perspektive der Umweltzahntechnik mit den wichtigsten Kriterien für ein aussagekräftiges Ergebnis.

Patienten, die von Allergien oder Unverträglichkeiten geplagt sind, fragen oft bei mir im Dentallabor nach Materialproben.

Sie möchten in einem Test herausfinden, ob die Ursachen ihrer Symptome bei den Zahn-Ersatz-Materialien zu suchen sind, oder auch ob sie einen neu geplanten Zahnersatz mit neuen Materialien vertragen würden. 
Klingt logisch und macht Sinn! 
In diesem 👉 Video beantworte ich aktuelle Anfragen.
Genauere Informationen, die Du unbedingt beachten solltest, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Für ein aussagekräftiges Ergebnis sind ein paar grundsätzliche Dinge zu beachten:

Allgemein:

  1. Der Test allein macht noch niemanden gesünder.
  2. Bedenke, dass jeder Test nur eine Momentaufnahme Deiner aktuellen Situation darstellt und diese sich zu jeder Zeit verbessern oder verschlechtern kann.
    Darauf kannst Du mit der Gestaltung Deiner Lebensumstände entscheidenden Einfluss nehmen.
  3. Um Beschwerden zu beseitigen, musst Du die grundlegenden Ursachen dafür aus Deiner Welt schaffen!
    Du weisst nicht, wo Du anfangen sollst?
    Eine 👉 Gesundheitsberatung hilft Dir, das herauszufinden. 
  4. Der Test selbst ist mit Aufwand und mit entsprechenden Kosten verbunden, deshalb wähle die Art des Testverfahrens, den Therapeuten und die zu testenden Stoffe mit Focus auf Dein angestrebtes Gesundheitsziel aus! Lass Dich von Fachspezialisten beraten, die sich täglich und intensiv mit der Thematik beschäftigen und erfolgreiche Ergebnisse vorzuweisen haben!
  5. Überlege, möchtest Du durch das Testergebnis neue Erkenntnisse erlangen oder nur eine schriftliche Bestätigung dessen, was Du über Dich eigentlich schon weisst?

In welchen Situationen sind Testverfahren unsinnig?

  1. Du weisst, dass Du alles Mögliche und Unmögliche nicht verträgst. Was glaubst Du, welches Ergebnis wird Dir der Test liefern? Bringt Dich das Testergebnis im Moment weiter?
  2. Oft werden Dinge getestet, die keinesfalls in den Mund gehören, weil ausreichend bekannt ist, dass sie toxische gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe enthalten, auch Metalle oder sogar AMALGAM sind von vornherein auszuschließen – versteht sich, oder? Und es kostet Dein Geld und es bestimmt Dein Ergebnis. 

Die Austestung von Stoffen auf biologische Verträglichkeit ist sinnvoll, wenn:

  1. Symptome in Verbindung mit veränderten Umwelteinflüssen oder Lebensumständen bestehen, aber nicht eindeutig zuzuordnen sind.
  2. Du gezielt herausfinden möchtest, welche Schadstoffe Dich belasten, um diese aus Deinem Körper auszuleiten und zukünftig zu meiden.
  3. Du nach Entgiftung Deines Systems einen neuen Zahnersatz bekommen sollst und sicher gehen willst, dass Du die neuen Materialien vertragen wirst.

Der sicherste Labor Material-Verträglichkeitstest

ist nach meiner Erfahrung der Lymphozytentransformationstest (LTT).

Beim LTT werden im Labor aus einer Blutprobe des Patienten die Lymphozyten (= weiße Blutkörperchen) gewonnen und mit den jeweils zu testenden Stoffen zusammengebracht, also »konfrontiert«.

Ein positives Resultat im LTT sagt aus, dass gegenüber dem betreffenden Allergen eine Sensibilisierung vom Typ IV (entwickelt Symptome nach einer gewissen Zeit) besteht.
Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, ist zukünftig auf Material zu verzichten, welches dieses Allergen enthält. 
Lies mehr dazu im Blogbeitrag 👉 Allergie oder Unverträglichkeit.

Bei negativ getesteten Materialien liefert das Testergebnis den Beweis, dass im Moment keine Sensibilisierung auf irgendeinen Materialbestandteil vorliegt.

Es gibt zwei Fragestellungen, die mit dem LTT beantwortet werden:

  1. Ist ein Austausch des vorhandenen Zahnersatzmaterials notwendig?
  2. Welche Materialien können verwendet bzw. nicht verwendet werden?

Mit dem LTT kann ein Zusammenhang zum Material nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden:

  • vor dem Einbringen neuer Zahnersatzmaterialien,
  • oder wenn nach dem Einbringen von Zahnersatzmaterial Beschwerden auftreten. 
Nähere ausführliche Informationen zum Verfahren und wie Du jetzt vorgehen solltest, erhältst Du im 👉 Institut für medizinische Diagnostik.

Für zahnmedizinische Fragestellungen ist der LTT dem Epikutantest (ECT) aus den folgenden Gründen vorzuziehen:

Der LTT wird außerhalb des Körpers mit eigenen Blutzellen durchgeführt.

Der Patient kommt mit dem Allergen während des Tests nicht in Kontakt. Das hat den Vorteil, dass eine Sensibilisierung des Patienten durch den Test selbst damit ausgeschlossen ist und dass eine eventuelle Reaktion der Blutzellen mit dem Material den Körper nicht belastet.

Bei Allergenen, die über Schleimhäute aufgenommen werden, spricht man von systemischen Sensibilisierungen, hier hat der LTT eindeutige Vorteile hinsichtlich seiner hohen Genauigkeit.

Auch für den Nachweis von Sensibilisierungen auf Medikamente wurde der LTT von der Leitlinienkommission des Robert-Koch-Institut als »uneingeschränkt empfehlenswert« eingestuft.

Und da Zahnersatz nicht auf der Haut getragen wird, sondern im Mund, versteht sich, dass der Epicutantest zur Testung von Zahnmaterialien überhaupt keinen Sinn macht!

Er wird zwar von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, liefert aber kein brauchbares Ergebnis!!!

Im Gegenteil – er ist mit Gesundheitsrisiken verbunden:
Durch den bei diesem Hauttest unvermeidbaren direkten Kontakt des Patienten mit dem Allergen wird er möglicherweise durch den Test erst sensibilisiert. 

In diesem Fall ist die Sensibilisierung aber während dieses Tests noch nicht zu erkennen. Erst 10-14 Tage später wäre eine deutliche Reaktion durch einen erneuten Test sichtbar, und genau das ist die Zeitspanne, in der der Zahnarzt das Ersatzmaterial in den Organismus einbringt.

Daher ist der Epikutantest für vorbeugende Testungen sogar kontraindiziert!

Wie erreichen wir aber nun ein brauchbares, aussagekräftiges Ergebnis?

Im Optimalfall werden die zu testenden Materialien zusammen mit der Blutprobe eingeschickt. 

Auf diese Weise erhalten wir ein aussagekräftiges Ergebnis, besonders was komplexe Materialien betrifft, wie z.B. Zemente, Komposite, Prothesenmaterialien, Knochenersatzmaterialien, aber auch Abrieb und Späne von fest in den Mund eingegliederten Materialien (um zu sehen, ob diese an einer Reaktion beteiligt sind).

Auf die Testprobe kommt es an!

In meinem Dentallabor stelle ich die Testproben für Patienten so zusammen, dass sie genau die Komponenten im Verbund enthalten und alle Fertigungsprozesse im Labor durchlaufen, wie die in Frage kommende spätere Zahnersatzversorgung auch. 
Auch Befestigungsmaterialien, die der Zahnarzt in den Mund einbringt, sollten in den Test einbezogen werden.

Genau das ist von entscheidender Bedeutung!!!

Ein Sammelsurium verschiedener Proben von Einzelkomponenten, wie z.B. Verblendkunststoffe, Basiskunststoffe, Komposite – schlimmstenfalls noch von unterschiedlichen Dentallaboren oder als Rohmaterial direkt vom Hersteller – liefern nicht nachvollziehbare, oft völlig falsche Ergebnisse und sind für eine gute Planung eines physiologisch bestverträglichen Zahnersatzes nicht geeignet!

Ein Zahnersatz erhält seine Eigenschaften (und damit auch seine Verträglichkeit !!!):

  • durch die aufeinander abgestimmte Auswahl seiner einzelnen Materialkomponenten,
  • ihrer Verbindung miteinander und
  • durch die angewendeten Verarbeitungsverfahren, somit durch den gesamten Herstellungsprozess.

Die Testergebnisse der Materialien A und B einzeln getestet können anders ausfallen, als das Testergebnis der Materialprobe aus A+B im Verbund – 

und zwei identisch zusammengesetzte Testproben aus A+B im Verbund können sich wiederum von einander unterscheiden, wenn deren Herstellungsprozesse voneinander abweichen.

Entscheidenden Einfluss darauf haben:

  • die geeignete Auswahl der Modellgipse und der Poliermittel,
  • die uneingeschränkte Funktion und Bedienung der Laborgeräte durch den geübten Zahntechniker, 
  • die richtige Zeit und Temperatureinhaltung während der Polymerisations-, Abbinde- und Härteprozesse
  • und noch vieles mehr.

Deshalb besorge Dir Deine Testproben in dem Dentallabor, was auch Deinen Zahnersatz herstellen wird UND DEM DIESE VORGEHENSWEISE BEKANNT IST.

Gerne helfe ich Dir, einen ganzheitlich arbeitenden Umweltzahntechniker in Deiner Umgebung zu finden. Schreib mich einfach an, wenn`s soweit ist. 

Spezialtipp von BERADENT für alle  Allergiepatienten:

Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und essentielle Fettsäuren sind an nahezu allen Stoffwechselprozessen beteiligt. 

Eine reichhaltige Versorgung mit diesen Vitalstoffen ist wichtig für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus, ganz besonders, wenn Regenerationsvorgänge im Mund-Kieferbereich Unterstützung brauchen. 

Aufgrund der komplexen Vernetzungen der betroffenen biochemischen Prozesse sind unspezifische Symptomatiken immer auch Folge einer Mangelversorgung mit Vitalstoffen.

Daher mein Tipp:

Fülle über eine tägliche Grundversorgung mit hochwertigen Nahrungsergänzungen Deine inneren Vitalstoff- und Mineralstoffspeicher auf!

Sollten sich Deine Beschwerden nach 3 Monaten nicht in Luft aufgelöst haben, gibt eine gründliche Blutuntersuchung Deiner Vitalstoffparameter Aufschluss darüber, was genau Deinem Organismus noch fehlt, um sich selbst zu reparieren!

Auf diese Art ersparst Du Dir:

  • unsinnige und unnötige Tests,
  • Fehldiagnosen,
  • Falschbehandlungen,
  • Fehlinvestitionen,
  • den Verlust Deiner Lebensenergie in allen Bereichen.
Möchtest Du Dein Immunsystem von innen heraus so stark machen, dass Du bestens vor den Folgen schädigender Einflüsse geschützt bist?

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